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Duale Ausbildung und interkulturelle Öffnung: Wieso jetzt eine neue Kampagne?

Seit mehr als zehn Jahren wird im Rahmen der Senatsinitiative Berlin braucht dich! an der interkulturellen Öffnung der dualen Ausbildung in der Hauptstadt gearbeitet. Zusammen mit unseren Partner*innen aus Schulen, Unternehmen und Verwaltung wurde eine Vielzahl neuer Ansätze und Verfahren entwickelt, mit denen Zugänge in die Ausbildung für eine ganz bestimmte Zielgruppe geöffnet werden: Jugendliche aus Familien mit Einwanderungsgeschichte mit erschwerten sozialen Startbedingungen.

Diese kontinuierliche Arbeit hat Früchte getragen: Der Anteil der neueingestellten Auszubildenden mit Migrationshintergrund hat sich in den letzten Jahren beim Land Berlin von 8,7 % auf 25,1 %, erhöht. Und dennoch ist die Hauptstadt als Arbeitgeberin noch nicht am Ziel. Denn einerseits  hat sich bei den Jugendlichen unter 21 Jahren der Anteil jener mit Migrationshintergrund auf 43 % erhöht, andererseits stehen viele Betrieben und Schulen beim Thema interkulturelle Öffnung noch am Anfang.

 

Aus diesem Grund hat der Integrationsbeauftragte des Berliner Senats zusammen mit zehn namhaften Betrieben und Behörden die neue Kampagne Ausbildung: Eine Frage der Einstellung ins Leben gerufen. Durch die Kampagne werden die im Rahmen von Berlin braucht dich! entwickelten Werkzeuge zur interkulturellen Öffnung der Ausbildung in die Breite getragen. Die Beispiele guter Praxis werden für neue Betriebe, Schulen, Verbände, Kammern und Innungen zugänglich und nutzbar gemacht. Gleichzeitig wirbt die Kampagne für den Wert der dualen Ausbildung und ihre integrationspolitische Wirkkraft. Die betriebliche Ausbildung soll noch mehr als bisher zu einer realen und attraktiven Option für alle Schüler*innen dieser Stadt werden.

Welche Botschaft geht von der Kampagne aus?

Für den Claim Ausbildung: Eine Frage der Einstellung haben sich die Kampagnenbetriebe und -behörden aufgrund der doppelten Bedeutung entschieden. Denn bei der Frage der Einstellung geht es einerseits darum, wer eingestellt wird und wie offen die Einstellungsverfahren für Jugendliche mit familiärer Einwanderungsgeschichte sind. Andererseits geht es um die Frage, ob die Einstellung der Ausbildungsverantwortlichen in den Betrieben und Behörden positiv auf Vielfalt ausgerichtet ist.

Entsprechend ist es eine Frage der Einstellung, ob gesellschaftliche Vielfalt sich bei den Arbeitgebern wiederspiegelt, ob Jugendliche in Risikolagen gezielt unterstützt werden und ob in den Betrieben und Behörden der Stadt die Kompetenz zur Gestaltung von Vielfalt aufgebaut wird.

Kampagnenprogramm: Wir zeigen, es geht!

Um das Ziel der Kampagne zu erreichen, finden sogenannte „Transfer-Workshops“ statt. In ihnen werden individuelle Ansätze interkultureller Öffnung vorgestellt und für neue Partner*innen nutzbar gemacht. Die Beispiele guter Praxis reichen von der Überprüfung von Einstellungsverfahren über die Gestaltung von berufsvorbereitenden Betriebsbegegnungen bis hin zur Präsentation von Ausbildungsberufen in Schulen.

 

Teilhabe durch Ausbildung gelingt, wenn die richtigen Partner*innen Hand in Hand arbeiten. Diese Botschaft wird durch eine gemeinsame Kommunikationsstrategie der Kampagnen-Partner*innen verbreitet. Dabei kommen Plakate, Postkarten und Videos zum Einsatz.

Partner*in werden

Berliner Betriebe, Behörden, Verbände, Kammern, Innungen und Schulen sind herzlich eingeladen, sich an der Kampagne zu beteiligen. Welchen Beitrag Ihre Organisation leisten und wie sie profitieren kann, besprechen wir in einem persönlichen Gespräch.

Ansprechpartner

Dr. Samad Berdjas
Tel.: 030 2759087 - 16
sbbqn-berlin.de