Erstes Berlin braucht dich! Partnertreffen 2017

Vertreter*innen des Berlin braucht dich! Konsortiums

Am 9. März fand das erste Partnertreffen der Berlin braucht dich! Schulen und Betriebe im Jahr 2017 statt. Gemeinsam gearbeitet wurde zum Thema „Erprobung neuer Wege in Ausbildung“. Gastgeberin war die Messe Berlin, die den Teilnehmer*innen im Anschluss noch die Türen öffnete zur Internationalen Tourismusmesse - ITB Berlin.

Das zentrale Thema der Veranstaltung war die Umsetzung des Pilotvorhabens „Erprobung neuer Wege in Ausbildung“ für Jugendliche mit schlechteren Startbedingungen. Im Rahmen des Berlin braucht dich! Konsortiums werden seit Oktober 2016 mit so genannten Pilot-Ausbildungsplätzen neue Wege in die Ausbildung erprobt. Dr. Samad Berdjas (BQN Berlin) erläuterte zu Auftakt, dass Jugendliche über die Pilotplätze – jenseits von standarisierten Auswahlverfahren – die Chance erhalten in eine Ausbildung zu münden, wenn sie zuvor erfolgreiche Praktika absolvieren.,. Wichtig sei es nun, so Ursula Neuhof (BQN Berlin), eine tragfähige Struktur zu etablieren, die den Erfolg des Pilotvorhabens in den nächsten drei Jahren sichert. Zurzeit beteiligen sich am Pilotprojekt 17 Betriebe mit 59 Pilot-Ausbildungsplätzen und 93 Pilot-Praktika.

Positive Resonanz bei Schüler*innen

Aus Schulperspektive berichtete Frau Marcinkiewicz (Hermann-von-Helmholtz-Schule) über die positive Resonanz bei den Schülern*innen. Bei der Einführung in das Pilotprojekt sollte jedoch darauf geachtet werden, den Schülern*innen die Ausbildungsplätze nicht zu versprechen, da es sonst zu Missverständnissen und Enttäuschungen käme. Aufgrund der Vielzahl der Umsetzungsmodalitäten in einzelnen Betrieben sei eine langfristige Planung, Abstimmung der Abläufe und Kommunikation zwischen allen Beteiligten (Schule, Betrieb, Schüler*innen, BQN) enorm wichtig. Die Lehrkräfte benötigen mehr Zeit, um die Schüler*innen vorzubereiten.

Leitfaden zur Umsetzung des Piloten

Von Seiten der Betriebe informierte Frau Schröder von der BVG über erste Erfahrungen mit der Durchführung des Pilotvorhabens. Die BVG stellt acht von ihren insgesamt 156 Ausbildungsplätzen als Pilotplätze zur Verfügung. Zwei Plätze wurden bereits vergeben und weitere Bewerbungsverfahren laufen noch. Da in das Auswahlverfahren mehrere betriebsinterne Gremien (z.B. Arbeitnehmervertretungen) involviert sind, wurde bei der BVG ein Leitfaden zur Pilotumsetzung erarbeitet. Im Rahmen der Pilotdurchführung entfallen für die Pilotbewerber*innen die internetbasierten Tests, dafür werden Motivationsgespräche durchgeführt. Optimierungsfähig seien aus der Sicht der BVG die Auswahl der Praktikant*innen durch die Lehrkräfte, die Begleitung der Schüler*innen im Rahmen des Berlin braucht dich! Clubs (Ziel: Empowerment) sowie die Verstetigung des betriebsinternen Verständnisses für das abweichende Auswahlverfahren.

Intensivere Kommunikation

Sowohl die Schul- als auch die Betriebsseite wünschen sich eine intensivere Kommunikation zur Abstimmung von Abläufen. Die Lehrkräfte möchten detaillierter über Bewerbungsverfahren informiert werden, um die Schüler*innen zielgerichteter auszuwählen. Die Betriebe erwarten frühzeitig über eventuelle Rücktritte von Praktika bzw. Nichterscheinen beim Bewerbungsgespräch informiert zu werden. Auch die Notwendigkeit der Abbruchprävention während der Ausbildung für leistungsschwächere Jugendliche sollte berücksichtigt werden, in diesem Punkt waren sich Schul- und Betriebsseite einig. Als mögliche Unterstützungsangebote wurden hier ausbildungsbegleitende Hilfen oder Einstiegsqualifizierung vor der Ausbildung genannt.

In rotierenden Arbeitsgruppen erarbeiteten die Partner*innen Vorschläge zur Verbesserung der Pilotumsetzung und für die Zusammenarbeit im Konsortium generell. Ausklang und Höhepunkt des Partnertreffens war der anschließende, gemeinsame Rundgang über die Internationale Tourismusmesse – ITB.

Das nächste Partnertreffen wird am 12.10.2017 stattfinden.