Partnertreffen: Mehr Übergänge in Duale Ausbildung

Am Mittwoch, den 22. November 2017, fand im OSZ Gesundheit ein weiteres Berlin braucht dich! Partnertreffen statt. Ziel des Treffens war es, die Zusammenarbeit zwischen Partnerschulen und –betrieben zu verbessern, um die Jugendlichen gut in und durch die Ausbildung zu begleiten. Dazu näherten sich die Teilnehmer*innen zunächst der Lebenswirklichkeit von „Jugendlichen in besonderen Risikolagen“ an. In Anschluss wurde erörtert, was in den Schulen bereits getan wird, damit der Übergang dieser Jugendlichen in Ausbildung besser gelingt. Dann richtete sich der Blick auf die Ausbildung selbst mit der Frage, wie die jungen Azubis gut bestehen können und welche Didaktik hier erforderlich ist. 

Die Zusammenarbeit im Rahmen von Berlin braucht dich! steht unter dem Motto „Mehr Übergänge in Duale Ausbildung“. In diesem Sinne hat das Schuljahr 2017/18 bereits volle Fahrt aufgenommen. Im Kontext der zweiten Runde des Piloten „Erprobung neuer Zugänge in die Ausbildung“ sind die Berlin braucht dich! Clubs gestartet, die jeweils für eine gezielte und enge Begleitung und Betreuung der Pilot-Kandidat*innen auf dem Weg in die Ausbildung sorgen. Sie bilden einen Baustein, um das Ankommen in der Ausbildung abzusichern.

Vor allem Schulvertreter*innen haben auf dem Partnertreffen betont, wie wichtig eine kontinuierliche Begleitung und der persönliche Kontakt zu den Jugendlichen sind. Die Duale Ausbildung müsse dabei als Ziel und Chance aufgewertet werden. Vorbilder aus den eigenen Communities und Azubis der Partnerbetriebe könnten diese Botschaft vermitteln und die Motivation unter den Jugendlichen anregen. Wenn die Motivation  fehle, sei es schwierig, erfolgreiche Praktika und anschließende Ausbildungsübergänge zu gewährleisten. 

Eine der größten Herausforderungen wird von den betrieblichen Partner*innen in der Praktikumsgestaltung gesehen: Ein standardisierter, modular aufgebauter Ablaufplan für die Praktika habe sich bislang kaum durchgesetzt. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Praktikumsgestaltung bot das IT-Dienstleistungszentrum Berlin, das Azubis an der Konzeption beteiligt und Praktikant*innen durch diese begleiten lässt. So werde eine intensive Betreuung unter enger Kopplung mit Ausbildungsinhalten sichergestellt.

Wichtig seien auch jugendgerechte Hilfestellungen wie beispielsweise Kurzinfos zum Kennenlernen der Betriebe. Digitale Herausforderungen wie der sichere Umgang mit Smartphones, sozialen Medien und Hemmnisse bei der Kommunikation über E-Mail müssten dabei ebenso berücksichtigt werden wie ökonomische Faktoren, Wohnsituation und der Zugang zu PCs und Internet.

Ein großer Appell wurde an alle Beteiligten ausgesprochen: nämlich sich mehr mit der großen Gruppe der „unauffälligen“ Jugendlichen zu beschäftigen. Gemeint waren jene Jugendlichen aus der „breiten Mitte“, die über das Potenzial verfügten und auch das Interesse mitbrächten, eine duale Ausbildung zu starten. Zu häufig würden nur jene mit den besten Noten in den Blick geraten, die ohnehin das Abitur anstrebten. Es müsse außerdem weiter an pragmatischen Lösungen im Übergangssystem und an Konzepten für individuelle Begleitung gearbeitet werden. Auch die Eltern müssten dabei mit einbezogen werden, da Schüler*innen teilweise noch nicht die ausreichende Reife für solche Entscheidungen besäßen. Dafür brauche es eine nachhaltige Elternzusammenarbeit. Mentor*innen-Programme könnten auch schon vor dem ersten Ausbildungstag starten und dabei helfen, den Unsicherheiten und Ängsten von angehenden Azubis im Vorfeld zu begegnen.

Vereinbart wurde, dass sich Tandems aus Schul- und Betriebsvertreter*innen bis zum nächsten Partnertreffen besser kennenlernen und sich gegenseitig ihre Arbeitsplätze vorstellen. So soll das gegenseitige Verständnis wachsen und die gemeinsame Arbeit befruchtet werden.

Das nächste Partnertreffen findet am 25. April 2018 von 14:00 – 16:30 beim IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) statt.