Partner*innentreffen auf dem Prüfstand

Beim zweiten Berlin braucht dich! Partner*innentreffen des laufenden Kalenderjahres machte sich das Austauschformat selbst zum zentralen Thema der Veranstaltung. 17 Teilnehmer*innen reflektierten am 22. Oktober 2019 in den historischen Räumlichkeiten des ältesten noch existierenden Gerichts Deutschland, dem Berliner Kammergericht, das vor sieben Jahren entwickelte Forum für Schulen, Betriebe und Behörde.

Zu Beginn wurde das Thema des letzten Partner*innentreffens „Elternkooperation“ aufgegriffen und in Richtung „Möglichkeiten der Institutionalisierung der Zusammenarbeit mit Eltern“ vertieft. In dem Kontext stellte Safa Semsary, die das Partner*innentreffen seitens BQN Berlin moderierte, die Arbeit des Türkischen Elternvereins Berlin-Brandenburg (TEVBB) vor, der an einigen Berliner Schulen zur Aktivierung und Qualifizierung von Eltern gute Erfahrungen gemacht hat. Der TEVBB  organisiert u. a. langfristig geplante Elternabende und erstellt Infomaterialien. Begünstigende Faktoren für das Gelingen von Elternkooperationen seien insbesondere persönliche Einladungen und bei Bedarf das Angebot von Sprachmittlung in die jeweiligen Muttersprachen. Das könnten Schulen häufig nicht leisten, weshalb Kooperationen mit Vereinen – insbesondere Migrant*innenselbstorganisationen – eine sinnvolle Lösung darstellten. Betriebsvertreter*innen wiesen darauf hin, dass Kooperationen mit Eltern für sie kaum Bedeutung hätten, da nach Vertragsunterzeichnung die Zusammenarbeit mit Eltern eine untergeordnete Rolle spielte. Für Schulen sei die Beteiligung von Eltern insbesondere im Kontext der Berufsorientierung weiterhin eine große Herausforderung, die es ggf. in einem gesonderten, für Schulverantwortliche konzipierten Format, zu bearbeiten gelte. Mehrsprachige Infomaterialien, wie sie das Projekt „Komm auf Tour“ anbiete, wurden als eine Lösung genannt, um Eltern in den eigenen vier Wänden zu erreichen.

Im zweiten Teil wurde das Partner*innentreffen reflektiert und durch die Teilnehmer*innen bewertet: Wozu dient das Format? Was soll mit dem Partner*innentreffen erreichet werden? Was soll damit verändert werden? Die Teilnehmer*innen setzten sich mit dem Rahmen und den Inhalten des Austauschformates auseinander, diskutierten darüber, was ihnen besonders gut gefällt und was man in Zukunft anders machen könne. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Partner*innentreffen den Schul- und Betriebsvertreter*innen dabei helfe, den Blickwinkel und vor allem die Systeme der anderen Akteure besser zu verstehen. Der Austausch zu neuen Ideen und Ansätzen unterstütze einige dabei, ihre eigenen Handlungen und Strukturen zu hinterfragen. Der persönliche Kontakt untereinander erzeuge ein „Wir“-Gefühl, dass die Partner*innen dazu motiviere, die interkulturelle Öffnung am Übergang Schule-Beruf weiter voranzutreiben. Zukünftig wünschen sich die Teilnehmer*innen u. a. mehr Raum für den informellen Austausch, mehr Beteiligung bei der Konzeption und Planung des Formats und eine Dokumentation der Treffen, die auch bei Abwesenheit ein Verfolgen der Diskussionen und Verabredungen ermöglicht.  Zur Erreichung der mit dem Partner*innentreffen verbundenen Ziele wurden bereits erste Ideen gesammelt.

Das nächste Partner*innentreffen wird am 10. März 2020 stattfinden und soll dafür genutzt werden, mögliche Themenschwerpunkte und Arbeitsweisen für zukünftige Partner*innentreffen zu erarbeiten.